Ruderfreunde „Hände weg!“
Akademische Ruderriege an der Georg-August-Universität Göttingen e. V.

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16. Oktober 2010

Gewinn des Attempto-Cups in Tübingen

(von Sebastian) Am 08. Oktober 2010 fuhren die Ruderfreunde zum Herbstsprint nach Tübingen, um ein von sportlichem sowie gesellschaftlichem Hochglanz geprägtes Wochenende zu erleben. Dabei wäre beinahe das Ruderevent aufgrund des zuvor mageren Meldeergebnisses ohne die Ruderfreunde gestartet. Nach großem Hin und Her á la „Wir fahren hin - es wird leider zu teuer - aber es ist doch immer ein Spaß“ fiel plötzlich Freitagmittag der Startschuss und manch einer wurde mit Elan aus dem Bett geklingelt. Leider musste Freitag früh auch noch Henning aufgrund von akuter Krankheit absagen und konnte nicht dabei sein.

Der siegreiche Männer-Gigdoppelvierer am Steg

So sagte sich eine kleine Sélection der Ruderfreunde: „450 Kilometer Fahrt und ein tolles Wochenende in Hochglanz erwarten uns“. Ein Teil des Teams, bestehend aus Dominik, Malte, Eric, Sebastian, machte sich samt DDR und Joschi auf die Reise, dicht gefolgt und schließlich überholt von Bastian im PKW; aber letztendlich machten doch Svenja und Annika das Rennen, die schon am Freitagabend die Cannstatter Wasen rockten und uns am Samstag komplettieren sollten.

Eric, Svenja und Sebastian mit Medaillen

Nach einer langen Fahrt kamen wir 22 Uhr hungrig in Tübingen an und machten uns schnell auf Entdeckungstour in die Stadt. Der Döner sollte dem Burger von der Fahrt folgen und eine perfekte Wettkampfgrundlage schaffen. Sofort ist uns aufgefallen, dass die Stadt gegenüber unserem geliebten Göttingen noch studentischer geprägt ist - die erste Frage eines Passanten: „Wo geht‘s zur Mediziner-Ersti-Party?“ Da vergaßen Eric und Sebastian kurzerhand den Hunger. Weiter in die Stadt hinein und nach gestilltem Hunger liefen wir die grün bewachsenden Hänge entlang und sahen eine kleine mittelalterliche Stadt mit kleinen Burgen sowie engen Gassen und genossen den schönen Ausblick über die Stadt. Da wurde uns schnell klar, dass es die richtige Entscheidung war, hinunter zu fahren. Mit diesem netten Gedanken kam die Nachtruhe im Tübinger Kraftraum, der auch Bastian in späterer Nacht nach einem Treffen alter Bekannter beiwohnte.

Der Samstag begann um 8 Uhr mit der exklusiven Bewirtung: ein gedeckter Tisch mit fünf Tellern gab dem Frühstück spätestens bei der Frage, wie viele Eier wir doch gern hätten, heimische Atmosphäre. Danach machten wir uns auf zur Regattastrecke und es hieß Boote aufriggern. Pünktlich zum Start des ersten Rennens für die Ruderfreunde kamen Svenja und Annika mit prima Laune dazu. Unser Männer-Rennvierer mit Dominik auf Schlag, Eric, Bastian und Malte steuerte souverän gegen die Tübinger mit einer guten Bootslänge zum Sieg. Zur großen Freude über den ersten Sieg blieb kaum Zeit. Schon zwanzig Minuten später sollte unser Männer-Gigdoppelvierer im Joschi besetzt mit Dominik, Eric, Sebastian, Malte und gesteuert von Svenja das zweite Rennen bestreiten. Mit viel Druck fuhr das Boot gegen das Stuttgarter Uni-Team die Strecke entlang und die Ruderfreunde hinterließen bereits mit ihrem zweiten Sieg einen tollen Eindruck bei den Zuschauern und den weiteren Teams an der Strecke. Keiner wollte glauben, dass wir nur einmal die Woche trainieren - wenn das mal kein Kompliment ist! Nach dem Rennen hatten wir bis 13 Uhr eine längere Pause und manche genossen ein Radler mit gemüsigem Eintopf und schwäbischer Wurstspezialität und freundeten sich mit dem leider noch bewölkten Himmel an. Wir freuten uns, dass auch Svenjas Familie den Weg aus Stuttgart auf sich nahm und uns an der Strecke anfeuerte und das Event noch geselliger machte.

Der Spontan-Achter nach dem Ablegen

Das erste Nachmittagsrennen hieß dann: „Ran an den DDR“ und „Fahrt frei“ für den Mixed-Rennvierer. Die Besetzung: Malte auf Schlag, Svenja, Annika und Bastian. Dabei saß Annika noch nie im Rennboot und Svenja auch erst selten. Sie zeigten ein tolles Rennen, fanden schnell zusammen und mussten sich nur knapp dem gegnerischen Tübinger Mixed-Boot geschlagen geben. Ein toller Einstand für unsere Mädels. Im vierten und eigentlich letzten Rennen des Tages fuhren die Ruderfreunde im Mixed-Gigdoppelvierer mit Bastian auf Schlag, Svenja, Sebastian, Annika und gesteuert von Eric noch einmal einem Tübinger Boot davon und sicherten jedem Ruderfreund eine goldene Medaille und den großartigen Gesamtsieg des „Attempto-Cups“.

Ruderfreunde mit Attempto-Cup auf dem Siegerpodest

Zwischendurch sollte sich dann der lang gehegte Wunsch der mitgefahrenen Ruderfreunde erfüllen. Wir bekamen die Chance, einen Tübinger Achter zu auszuleihen und gegen die Achter aus Tübingen und Konstanz anzutreten. Also schnell rein in den Achter, alle Ruderfreunde plus zwei Stuttgarter. Eine Einführung war zeitlich nicht drin und Achtererfahrung weitestgehend Mangelware - das waren die Fakten. Einige von uns wunderten sich über die mächtigen Riemen und schon das Ablegen mit den ersten Schlägen war witzig und begeisternd zugleich. Angekommen an der Startlinie bekamen unsere Gegner schon Ehrfurcht... Dann der Start: Die ersten Schläge, wie eine Ziehharmonika, dann ein Rhythmus zu erkennen und plötzlich der Schrei „Backbord über!“ und kurz darauf „Ruder halt!“. Was ist passiert? Das Boot fuhr etwa im 45-Grad-Winkel Richtung Böschung und kam nur kurz vor den anliegenden Booten zum Stehen - das war verdammt knapp. Die Ursache war zuerst unklar, aber sicherlich spielte unsere „große Erfahrung“ auch eine Rolle. Neuer Versuch: das Boot ausgerichtet und los ging es wieder - diesmal wirklich nach Steuerbord, doch wieder im 45-Grad-Winkel. Schnell wurde klar, mit dem Steuer stimmt ebenfalls etwas nicht und so war es auch. Ein wenig entrüstet, aber unter aufmunterndem Beifall der Zuschauer fuhren wir zurück ans Steg und freuten uns auf die bevor stehende Siegerehrung.

Szene von der Party

Der Regattabetrieb war zu Ende und zurück im Bootshaus erfreuten wir uns am Ruderergo fahren. Es war diesmal etwas Besonderes: wir fuhren auf Slides. Eine rollende Schiene, mit der man näher an das Rudergefühl auf dem Wasser herankommt. Das Witzige dabei ist, dass man auch mehrere zusammenkoppeln und so beispielsweise einen Zweier auf dem Ergo bilden kann. Danach begossen wir unseren Sieg mit Sekt und genossen danach in geselliger Runde auf der Party ein leckeres Abendessen mit Reis und Huhn. Insbesondere Dominik verliebte sich nebenbei in den Tischkicker und kämpfte, was das Zeug hält. Die Party war aufgrund abgereister Teams und defekter Sauna nicht den Geschichten entsprechend, aber Spaß hatten wir alle trotzdem zu Genüge. Die Nacht war lang, der Schlaf recht kurz und pünktlich 12 Uhr verabschiedeten wir uns aus Tübingen und fuhren im Sonnenschein zurück gen Göttingen. Es war eine schöne und erfolgreiche Regatta für unsere Ruderfreunde.

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