Ruderfreunde „Hände weg!“
Akademische Ruderriege an der Georg-August-Universität Göttingen e. V.

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28. Mai 2013

Saalewanderfahrt

(von Tobias) Nach wochenlanger Vorfreude ging es am Pfingstfreitag endlich zur Wanderfahrt auf die Saale. Die Anreise führte uns ins altehrwürdige Naumburg an der Saale, vorbei an dem von sanften Berghängen umschlossenen, malerischen Unstruttal. Unverhofft für alle, die sich nicht auf die Reise vorbereitet hatten, erblickten wir in der Ferne beim kleinen Winzerstädtchen Freyburg die berühmte Rotkäppchen Sektkellerei und alle wünschten sich einen Besuch.

Zeltaufbau Naumburg

In Naumburg übernachteten wir beim Kanu Club Naumburg. Beim Zeltaufbau fielen die ersten Regentropfen, aber dabei sollte es vorerst bleiben. Beim Abendessen im Restaurant „Alter Felsenkeller“ – direkt nebenan liegt übrigens das Restaurant Pegel, dessen Name Programm für einen früheren Aufenthalt von Ruderfreunden war – stimmten wir uns auf die bevorstehende Fahrt ein.

Anscheinend hatte aber der Wettergott ein Nachsehen mit den Sektliebhabern unter uns, denn es schüttete die ganze Nacht hindurch und auch der Vormittag wollte keine Besserung bringen. So hatten wir nun doch noch die Gelegenheit, nach einem ausgiebigen Frühstück die Rotkäppchen Sektkellerei zu besuchen. Musikalisch begleitet von den besten Hits des großen Roland Kaiser ging es in das malerische Freyburg, Heimat jenes Schaumgetränkes, das uns für den Rest der Tour begleiten sollte.

Alternativvorschlag

Die schick in rot gekleidete Daniela weihte uns in die Geschichte des Hauses sowie das Handwerk der Sektherstellung ein. Am Ende der Tour, deren klares Highlight Martin B.s todesmutige Klettereinlage in eines der Lagerfässer markierte – was tut man nicht alles für ein Piccolöchen – winkte die langersehnte Verkostung eines Glases der prickelnden Köstlichkeit des Hauses. Für Ruderfreunde war es zwar nur eine allenfalls homöopathische Dosis, aber dennoch ein prima Appetizer. Zumindest in der Theorie lernten wir auch die anderen Produkte der Kellerei kennen: den Verkaufsschlager Rotkäppchen Rubin halbtrocken „für all die, die abends in ihrem Appartement noch etwas vorhaben“, dann der Rubin halbtrocken, der die Lippen weich und die Zunge locker mache – und nicht zu vergessen das Goldkäppchen „Extra-brütt – das schmeckt nicht jedem!“ Zu guter Letzt ging es in den Rotkäppchenshop, wo wir uns ein gemischtes Sortiment zusammenstellten, von dem Josis Tipp Rotkäppchen mild unser Favorit werden sollte.

Sektverkostung

Beschwingt von all den Erlebnissen in Freyburg ging es zurück zum Campingplatz – tatsächlich hatte es nun aufgehört zu regnen, so dass nach einem schnellen Mittagessen und dem Aufriggern der Boote um 14 Uhr der erste der insgesamt vier Gig-Doppelvierer auf die Saale ging. Infolge des vielen Regens gab es Hochwasser und die Strömung der Saale war schon recht ordentlich. Erst zwei Tage später erfuhren wir, dass die Saale um 16 Uhr in Naumburg von der Wasserschutzpolizei gesperrt wurde. Wir Glückspilze hatten die Saale also quasi für uns allein.

Sektvierer

Wie im Wetterbericht angekündigt, klarte der Himmel nun auf und wir hatten blauen Himmel und Sonnenschein. Die Saale meanderte in engen Kurven durch eine liebliche Landschaft und zahlreiche Burgen schmückten die anliegenden Hügel. An einer ruhigen Stelle erfolgte dann endlich die langersehnte erste Badepause. Allerdings war die Saale doch recht frisch, so dass wir rasch wieder in die Boote hinaufkletterten. Das nächste Highlight war die erste Sektpause auf dem Wasser. Martin hatte im Sektshop fünf Gläser gekauft sorgte somit für den nötigen stilvollen Rahmen. Die Sorte Rotkäppchen mild schmeckte allen so sehr, dass sie schnell zur Neige ging und wir bedauerten, dass nur eine Flasche an Bord war. Doch alterfahrene Ruderfreunde wissen sich zu helfen, und so Martin ließ an einem einladenden Lokal am Saaleufer anlegen und bestellte eine zweite Flasche, die außerdem noch herrlich gekühlt war. Die Sportstudentinnen Josi und Zeska lernten bei ihrer Ausbildungsfahrt also von der Pike auf alles, was ein Ruderfreund können muss. Nur noch wenige Kilometer von unserem Etappenziel Bad Dürrenberg entfernt, hielt ein Boot noch an einem Steg mit herrlicher Hollywoodschaukel und genoß die wunderschöne warme Abendsonne. Angelangt am Kanuklub Bad Dürrenberg, der im rot-goldenen Abendlicht strahlte, übten wir noch das Herausnehmen der Boote bei starker Strömung. Fritz und Marcel hatten als Landdienst indes alles, was ein Rudererherz zum Grillen begehrt, eingekauft. Rundum gesättigt, feierten wir noch eine kleine Duschparty. Anschließend gab Martin eine kleine Kostprobe aus seinem umfangreichen Lieder-Repertoire und wir sangen bis nach Mitternacht, bis wir schließlich müde und glücklich auf unsere Isomatten fielen.

Schleusung

Nach einem leckeren Frühstück bei frischer Morgenluft kam es im kernigen Kraftraum noch zu einem kleinen Contest: Dominik siegte im Bankdrücken und auch im Klimmzugcontes trumpfte er auf und teilte sich mit Moritz den ersten Platz. Dann ging es wieder auf’s (mit Deppenapostroph) Wasser. Die Saale brachte reichlich Holz mit sich und wir hatten den höchsten Stand des Hochwassers und fuhren quasi auf der Welle mit. So konnten wir perfekt das Einfahren in die Hauptströmung üben. Gleich darauf zeigten unsere Steuerleute Nerven wie Drahtseile, als sie millimetergenau die enge mittlere Durchfahrt einer Eisenbahnbrücke durchfuhren und sich von den angrenzenden Totwassergebieten hinter den Brückenpfeilern nicht beeindrucken ließen. Der Sektvierer gönnte sich daraufhin ein gutes Gläschen Rotkäppchen mild. Wir passierten das ehrwürdige Merseburg und hatten vor der letzten Schleusung auf der Vormittagsetappe einen wunderschönen Blick auf Schloss und Dom hoch oberhalb der Saale. Zur Mittagspause legten wir bei der Merseburger Rudergesellschaft an. Im piekfeinen Restaurant der Bootshausvilla spendierte Janett eine neue Flasche Sekt für ihr Boot – Kameradschaft und Geselligkeit in Reinkultur. Wir picknickten im Schatten der Bäume und die Damen nutzten den Landgang zum Schiffen.

Picknik Merseburg

Auch am Nachmittag strahlte die Sonne bei blauem Himmel. Wir genossen die wunderschöne Landschaft, ruderten und ließen uns auch mal treiben. Nach dem Baden war man an der warmen Sonne schon nach wenigen Minuten trocken – Martin stilvoll korrekt gekleidet mit Ruderfreundekappe. Martin B. und Dominik hingegen waren bei der starken Sonne in langer Kleidung und mit Beduinenkopfbedeckung anzutreffen.

Vierer in Schleuse

Der Vierer mit Steuermann Martin B., Solveig auf Schlag, Mette, Barbara und Uwe ließ sich weder von proletenhaften Rennbootfahrern noch von angreifenden Zecken aus der Ruhe bringen und ruderte als erster nach Halle ein. Da jedoch nicht ganz klar war, wo das anzulaufende Bootshaus sich genau befand, wurde beschlossen, der ewigen Konkurrenz den Vortritt zu lassen und sich stattdessen vor der letzten Schleuse noch ein Kaltgetränk zu gönnen. Dieser Plan erwies sich für einen Teil der Crew jedoch als nachhaltig schmerzhaft, da sich die kurze Pause vor der Schleuse länger hinzog als erwartet – Grund: vom „Sektvierer“ war mal wieder weit und breit keine Spur. Schließlich kamen wir dann doch am Halleschen Ruderclub an, nachdem wir vorbei an den weitläufigen, an der Saale gelegenen Parks und von den vielen Zuschauern bewundert, die schönste Werbung für die Georgia-Augusta gemacht hatten. Am Ziel wurden wir vom Landdienst Kati und Zeska mit leckerer Melone zur Erfrischung empfangen und richteten unser Nachtlager teils draußen, teils in der Bootshalle ein. Nach einem erfrischenden Bad in der Saale und einer kurzen Duschparty ging es in ein stilvolles Restaurant zum Abendessen. Da die Teller sehr groß und die Portionen etwas klein waren, schlemmten wir uns nach dem Hauptgang gleich noch durch die Nachtischkarte – alles zu den Klängen der im Untergeschoss stattfindenden Beatles-Party.

Melonen

Den doch recht weiten Weg in die Altstadt Halles nahmen nur Fritz und Karl noch auf sich, und da sie schon so weit gegangen waren, gingen sie gleich noch bis vier Uhr steil. Die übrigen schlenderten gemütlich zum HRC. In der Muckibude fand dann noch ein nächtlicher Contest an der Beinpresse statt: In einem Kopf-an- Kopfrennen drückte Henning dann doch noch die 355kg – dank seines aktiven Erholens an der Klimmzugstange hauchdünne 5kg mehr als Dominik. Die Urschreie der beiden Kontrahenten schollen bis nach draußen auf die Zeltwiese. Etwas bestürzt hörte Dominik am nächsten Morgen, dass die Notsicherung, die er zweimal in Anspruch genommen hatte, nur bis 305kg zugelassen war. Darüber hinaus gab er vor, aufgrund eines exorbitanten Muskelkaters die Arme nicht mehr strecken zu können – nur um einige Stunden später erneut den Etappensieg einzufahren. Henning putzte morgens als Dankeschön für die Gastfreundschaft der Hallenser, wie schon in Dürrenberg, die Duschräume blitzeblank und erntete ein großes Lob von unseren Gastgebern.

Für die anstehende letzte Etappe gab es zwar noch ausreichend Bier, aber der Sekt war leer und leider gab es keinen Kiosk in der Nähe des Bootshauses. Auf Tobis Anfrage kam jedoch ein HRC-Mitglied mit einer eisgekühlten Flasche Rotkäppchen halbtrocken zurück mit dem Bonmot: „So eine steht bei uns immer im Kühlschrank“ und gegen eine kleine Spende für die Jugendkasse des HRC nahm Tobi sie gerne in Empfang.

Frühstück

Nach einem letzten Frühstück mit kulinarischen Highlights wie Nutella-Banenbrot, ging es dann weiter nach Wettin. Bei teils heftigem Gegenwind, deutlich niedrigeren Temperaturen und starker Strömung, folgten wir der Saale durch das Industriegebiet um Halle, bis es wieder idyllisch wurde. Gefühlt viel zu früh waren wir am Endpunkt unserer Fahrt: Wettin. Dort legten wir unterhalb des hoch auf einem Berg gelegenen Schlosses an und wurden prompt Zeuge eines buchstäblich ins Wasser gefallenen Familienausfluges. Während Dominik, Uwe und Martin die Autos aus Naumburg holten, genossen wir noch einen letzten Sekt, bevor wir die Boote abriggerten und die ansässige Bevölkerung mit Nutellabrot und Kuchen versorgten. Ein Teil der Truppe kletterte noch auf die Burg der Wettiner, die sich unspektakulär als Gymnasium entpuppte, während die übrigen die Boote bewachten oder im naheliegenden Restaurant ein letztes Heiß- bzw. Kaltgetränk genossen. Nach dem obligatorischen Gruppenfoto wurden schließlich Boote und Gepäck verladen und dann ging es bei bester Stimmung zurück nach Hause.

Gruppenfoto

Ein großes Dankeschön gebührt Henning, Dominik und Uwe für ihre Fahrdienste und ein riesengroßes Dankeschön unserem Wanderruderwart Martin für die Planung und Leitung dieser wunderschönen, unvergesslichen Wanderfahrt auf der Saale.