Ruderfreunde „Hände weg!“
Akademische Ruderriege an der Georg-August-Universität Göttingen e. V.

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26. Mai 2010

Endlich wieder Ruderwanderfahrt! Auf zur Donau!

(von Tobias) Vom IfL-Parkplatz geht es mit zwei Bussen und einem Privat-PKW zunächst nach Wilhelmshausen. Während eine kleine Gruppe nach Hann.-Münden zum Einkaufen für Abendbrot und Tourverpflegung fährt, lädt die andere Gruppe die Boote auf den Hänger („Kanzler“, „Prof“, „Undine“ und den von der GRV Münden freundlicherweise ausgeliehenen „Münchhausen“).

Regen in Ingolstadt

Nach einer Riesenportion Nudeln mit leckerer Fleisch- bzw. Gemüsesauce, viel gesundem Salat und einem Glas Rotwein geht es gegen halb zwölf in die Betten. Um 5.30 Uhr am nächsten Morgen werden wir mit stilvoller Musik geweckt, und fast nach Plan um 6.15 Uhr rollen die Busse los. Es geht auf die A7 und dann Richtung Donau. Ohne besondere Vorkommnisse, aber gestärkt vom leckeren Frühstück am Autobahnrasthof „Rhön“ gelangen wir nach Neuburg an der Donau. Nach einer Extrarunde durch die bayerische Kleinstadt finden wir das Bootshaus, wo wir Bus, Auto und Hänger parken. Vor dem Aufriggern der Boote gibt es noch eine leckere Brotzeit mit Wurst und Käse und als Beilage einen tollen Blick aufs Schloss.

Wer als Ruderanfänger noch keine praktische Erfahrung gesammelt hat, warum gegen die Strömung abgelegt wird, lernt dies schnell beim Ablegen des ersten Bootes. Bevor es richtig auf Strecke geht, üben die Steuerleute nochmal die wichtigsten Kommandos mit ihren Mannschaften, da diesmal viele Neulinge dabei sind, damit die Boote später sicher durch Wellen, Strömungen und Schleusen gebracht werden können. Und es wird zum ersten Mal geschleust. Dabei zehrt die Gruppe von den Erfahrungen der Mainfahrt 2006, wonach die Zeit zum Schleusen von drei Stunden auf knapp fünfzehn Minuten verkürzt werden kann, wenn der rote Knopf dauerhaft gedrückt gehalten wird (wie es allerdings auch in der Bedienungsanleitung der Schleusenanlage beschrieben steht).

Vorm Kloster Weltenburg

Erstes Etappenziel ist Ingolstadt. Das Ruderhaus, flussaufwärts der Stadt gelegen, hat einen schmucken Neuanbau mit Fitnessraum und Sauna. Die Busfahrer der Gepäcktour haben sich derweil am Ruderergometer ausgepowert und (Kameradschaft und Geselligkeit) schon mal die Sauna hochgeheizt. In der Männerdusche steigt nach dem Sauna-Wellnessprogramm auch die erste zünftige Duschparty, leider überraschend kurz, da nach nicht mal drei Flaschen Bier das heiße Wasser weggeduscht war. Danach geht es in zwei Fahrten mit dem Bus in die schöne Altstadt, vorbei an Rathaus und Marktplatz in einen geschmackvollen Braukeller. Viele genießen die typische regionale Küche und Kaltgetränke. Danach geht es für die einen direkt, für die anderen mit Zwischenstopp in einem Biergarten ins Bootshaus, wo alle erschöpft bis zum nächsten Morgen an der Matratze horchen werden. Lobenswert zu erwähnen ist noch der Mittelstreckenlauf von Vera durch das nächtliche Ingolstadt, da die erste Gruppe kurz vor Erreichen des Parkplatzes feststellen muss, dass der Busschlüssel noch bei der zweiten Gruppe im Biergarten ist.

Am zweiten Tag steht die mit 41 km längste Etappe, die Königsetappe, von Ingostadt nach Kelheim an. Das Wetter ist wie am Vortag von Regen geprägt, was der Stimmung aber keinen Abbruch tut. Vor der ersten Schleuse des Tages kommt es zum ersten Spaßrennen. Nachdem sich der „Prof.“ als erstes aus dem Titelrennen verabschiedet, leistet die One-man-show in Undine (Malte auf Schlag) dem von Dominik gesteuerten und nach vorne gepeitschten Kanzler („Jawolll --- und mit Druck“) über mehrere Minuten ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Wie gut das es eine separate Schleuse für Ruderboote gibt, da kurz nach uns in die Hauptschleuse ein Riesenpott einfährt. Nach dem Schleusen wird zur Mittagspause der lokale Biergarten angelaufen mit einem ersten Aussteigen mit Bade- bzw. Surfschuhen. Leider ist der Biergarten bei Regen geschlossen, aber die hungrige Rudermeute macht sich sofort über die mitgebrachten Brote, den Käse, die heißbegehrte Edelsalami vom Aldi und die Schokokekse her.

Donau-Durchbruch am Kloster Weltenburg

Weiter geht es zum Kloster Weltenburg, dem älteste Kloster Bayerns und einem der kulturellen Höhepunkte der Region. Wegen Regenschauern, Kälte und Nässe fahren zwei Boote direkt durch bis zum Etappenziel Kelheim, während die anderen zwei Boote das Kloster ansteuern. Das Anlegemanöver wird erschwert durch Eingeborenenkinder, die das Boot mit Steinen bewerfen und die erst verscheucht werden müssen. Während die einen noch Kirche, Kapelle und Museum besichtigen, sitzt der Rest schon beim ersten Bier, Weißwürsten und anderen Leckereien der regionalen Küche. In dieser warmen Stube lässt es sich wunderbar versacken, bis sechs SMS der soeben in Kelheim an Land gegangenen ersten Gruppe die andächtige Ge-Seeligkeit in der klösterlichen Schänke beenden. Die Fahrt durch den Donaudurchbruch ist ein großartiges Erlebnis, wir lassen das Boot treiben und nutzen das Echo für ein musikalisches Intermezzo.

Die Jugendherberge ist wie wohl fast in jeder Stadt auf einem Berg gelegen. Selten hat eine heiße Dusche so gut getan. Danach geht es in die Altstadt in ein sehr stilvolles Restaurant, und zwischen Hauptgang und Nachtisch gibt es ein von Lydia moderiertes, ca. halbstündiges Lachseminar. Nach dem nächtlichen Aufstieg zur Jugendherberge feiern wir um Mitternacht noch gebührend Claudias Geburtstag mit Sekt und Schokokuchen, bevor alle müde ins Bett fallen. Am nächsten Morgen gibt es nicht nur ein leckeres Frühstück, sondern - Trockenraum sei Dank - auch wieder trockene Schuhe und Handtücher.

Gruppenfoto vor der Befreiungshalle in Kelheim

Bevor es wieder aufs Wasser geht, ruft uns nun der Wanderanteil einer Ruderwanderfahrt: Aufstieg zur über der Donau thronenden Befreiungshalle. Bei unserer Besichtigung bietet sich ein sagenhafter Ausblick auf den Donaudurchbruch. Und dann geht es auf dem Wasser weiter, 31 Kilometer bis Regensburg. In diesem Teil der Donau wird wegen der einsetzenden Schifffahrt auch endlich das Kommando „Hochscheren“ wichtig. Und - besser spät als nie - auch die Boote werden nun mit ruderwanderfahrtgerechten Getränken beladen. Kurz nach dem Ablegen kommt schon der erste Pott, obwohl die Wellen dann doch nicht halten, was das Schiff verspricht.

Zur Brotzeit am frühen Nachmittag geht es in einen kleinen Gasthof. Nun geht es in die Feinheiten der Kunst des Wanderruderns, erstes Aussteigen über Bug. Die Eigenwerbung „Musikantenfreundlicher Gasthof“ lädt dann zu einem kleinen Liedprogramm mit Gitarrenbegleitung ein, wobei dann aus Rücksicht auf die Gäste recht gemäßigte Lieder angestimmt werden. Danach geht es weiter nach Regensburg. Letzte Chance für eine Duschparty. Obwohl das stilechtem 70er Jahre Ambiente für einen der ganz Großen des deutschen Schlagers den perfekten Rahmen bietet, müssen wir eingestehen - Hand aufs Herz – dass das Fehlen einiger Duschpartyleistungsträger nicht kompensiert werden kann. Mit einigem Verzug – es ist mittlerweile halb zehn – geht es in die Regensburger Altstadt. Der Fußweg längs der Donau ist zwar geringfügig länger als angekündigt, wird aber reich belohnt mit einem tollen mittelalterlichen Stadterlebnis. Nach bayerischer Küche wählt die Gruppe heute einen italienischen Abend.

Auf dem Wasser - trotz Wind und gelegentlichen Regenschauern

„Warum nur, warum, muss alles vergehn...?“ sang schon die Schlagerlegende Udo Jürgens. Es ist schon der letzte Tag, doch es geht noch einmal mit den Booten auf der Naab bis zum Nest Penk, wo uns die Busse abholen sollen, 10km, gegen die Strömung und gegen den Wind, auf einem idyllischen Flüsschen durch eine grünbewaldete bergige Landschaft. Nach dem Abriggern der Boote kehren wir ein letztes Mal ein zu einem verspäteten Mittagessen, bzw. zu Kaffee und Kuchen. Auf der Rückfahrt entwickelt sich einer der Busse dank der restlichen Weinflaschen zum feuchtfröhlichen Partybus. Nach der Ankunft in Wilhelmshausen um 22.30 Uhr heißt es noch schnell Boot putzen und aufriggern, dann geht es schon zur Heimfahrt zum IfL, wo es Abschiednehmen heißt.

Abschließend danken wir allen Fahrern, vor allem denen am Tag der Rückfahrt. Unser besonderer Dank gebührt Martin für die tolle Planung und Leitung dieser super Tour. Wir warten gespannt auf die Ruderwanderfahrt 2011!

Weitere Bilder gibt es im Fotoalbum! Der Internetwart nimmt außerdem gern weitere Bilder entgegen.