Ruderfreunde „Hände weg!“
Akademische Ruderriege an der Georg-August-Universität Göttingen e. V.

News

Wähle eine Sprungmarke, um zu anderen Beiträgen zu springen:

20. Juni 2010

Staffelrudern am 19. Juni auf der Alster

(von Malte) Auch in diesem Jahr hatte sich, dank Franzis Engagement, wieder eine Göttinger Mannschaft zusammengefunden um zum Staffelrudern nach Hamburg zu fahren. Wir, das heißt Lena, Sophie, Dominik, Jan und ich, trafen uns morgens früh am IfL und ließen uns von Lena im Tiefflug über die Autobahn nach Hamburg bringen, wo wir nach einer kurzen Alsterrundfahrt dann um kurz nach zehn das Bootshaus des RC Favorite Hammonia erreichten. Dort trafen wir auch auf Franzi, Anja und Silja, sowie den Rest unserer Renngemeinschaft aus Braunschweig und Wolfsburg.

Beim Ablegen am Steg des RC Favorite Hammonia...

Bequemerweise waren auch die Boote schon abgeladen und zusammengeschraubt, so dass wir uns erst mal die Strecke anschauen konnten: Von der Startlinie direkt vorm Bootshaus des Hamburger und Germania Ruderclubs geht es gleich mit einem etwa 300m langen Sprint los in Richtung Lombardsbrücke. Die Brückendurchfahrt ist so schmal, dass darin nicht überholt werden kann und darf. Also muss man auf Teufel komm raus als erster an der Brücke sein - was uns auch in vielen Runden ganz gut gelungen ist. Nach der Brücke geht es raus auf die Binnenalster, wo die Strecke einmal um den Springbrunnen in der Mitte herumführt. Hier ist der Steuermann gefragt, den idealen, den schnellsten Kurs entlang der Bojen zu finden: Reicht es, hart Ruder zu legen, so dass die Mannschaft sich aufs Rudern konzentrieren kann, oder lässt man sie mit einigen kräftigen Steuerbord-Schlägen nachhelfen, um die Kurve möglichst eng zu fahren und wenig Raum zu verschenken? Wie nah traut man sich an die Bojen heran, ohne Gefahr zu laufen, dass man dagegen stößt? Das Überholen ist auch hier praktisch unmöglich (wenngleich es manche Steuerleute trotzdem versucht haben...), so dass sich die Boote manchmal mit nur wenigen Metern Abstand hintereinander um die Kurven jagen. Ein zweites Mal geht's unter der engen Brücke durch und dann, endlich, „Feuer frei!“, ist genug Platz, um am Vordermann vorbeizuspurten. In grader Linie geht es mit Schiebewind etwa einen Kilometer die Außenalster runter. Dann heißt es wieder „Steuerbord hart über“ - U-Turn und auf die Zielgrade. Auch in dieser Kurve kommen sich die Boote gelegentlich brenzlig nahe und auch hier hat sich die Taktik unserer Steuerleute bewährt, die Kurven möglichst eng zu fahren und das Boot nach der Kurve wieder neu anschieben zu lassen, statt die Kurve weit zu fahren und dafür weniger an Bootsgeschwindigkeit zu verlieren.

Von der Kennedybrücke

Die letzten 600 m bis zum Ziel muss man dann noch einmal beißen: Gegenwind, der Steuerbordarm ist von den vielen Kurven schon ganz ausgepumpt und trotzdem will man die Ablösung, die schon an der Startlinie bereit liegt, ja gerne mit einem bequemen Vorsprung ins Rennen starten lassen. Sobald man über die Ziellinie fährt bekommt das zweite Boot über Lautsprecher das Startkommando für die nächste Runde und man selbst kann anlegen und das Boot an die nächste Mannschaft übergeben.

Soweit also zum Streckenverlauf. Um elf Uhr gab es den Startschuss, alle 30 Sekunden wurden zwei Boote auf die Strecke geschickt. Kaum war unser erstes Boot gestartet, wurde auch das zweite schon zu Wasser gebracht und zum Start geschickt, denn eine Runde dauerte im Schnitt nur etwa 12:30 Minuten. Die beiden Boote waren also permanent unterwegs. Die Mannschaften wurden immer wieder neu gemischt, es gab eine Liste, in die jeder eintrug, welche Runde er wieder fahren wollte. Schnell stand für uns Göttinger fest, welches der beiden Boote das bessere ist. Glücklicherweise fanden sich auch genug Ruderer, die das andere Boot besser fanden, so dass es damit keine Probleme gab. Auch das Wetter spielte einigermaßen mit, abgesehen von ein paar kurzen, aber kräftigen Schauern war es einigermaßen trocken. Allerdings wehte eine recht frische Brise, die im Laufe des Tages noch zunahm. Dadurch hatte man die lange Gerade zwar schneller hinter sich (Schiebewind...), andererseits aber wurde das Wasser auf der Binnenalster immer kabbeliger und der Endspurt gegen den Wind immer anstrengender.

Von der Kennedybrücke

So ging es nonstop durch bis Abends um sieben, so dass die meisten Ruderer am Ende fünf oder mehr Runden gefahren waren. Einsame Spitze war hier wohl Jan mit insgesamt acht (!) geruderten Runden, was bei einer Streckenlänge von etwa 3 km einer geruderten Strecke von 24 km entspricht - im Renntempo, wohlgemerkt!

Eine Besonderheit, die es zu erwähnen gilt, waren die beiden so genannten „Schnellen Runden“, ein Zeitfenster von jeweils einer halben Stunde, für das eine gesonderte Rangliste der Rundenbestzeiten von jedem Team erstellt wurde. Für den schnellsten gab es einen Pokal. Mit 10:27 Minuten lag ein Boot aus unserer Renngemeinschaft zeitgleich mit einem anderen Team an der Spitze der Rangliste. Die Sieger wurden deshalb über eine Denkaufgabe ermittelt, und zwar galt es zu schätzen, wie viele Runden insgesamt an jenem Tag gerudert worden waren. Ein Wettbewerb, den Dominik dank seiner Fähigkeit zum schnellen Kopfrechnen eindeutig für uns entscheiden konnte (Seine Schätzung: 780, Schätzung des anderen: 800, offizieller Wert: 734). In der Gesamtwertung erreichten wir immerhin den elften von zwölf möglichen Plätzen in unserer Klasse - und das, obwohl wir doch zumindest gefühlt ständig irgendjemanden überholt haben... Mal sehen, was die Detailanalyse der einzelnen Runden ergeben wird.

Team-Foto mit den Braunschweigern und Wolfsburgern

Am Abend ging es nach der Siegerehrung gleich wieder zurück nach Göttingen, wo wir, nach dem obligatorischen Stopp bei einer Dependance eines bekannten Fast-Food-Unternehmens, gegen halb zwölf nachts völlig erschöpft eintrafen. Alles in allem war es eine großartige Aktion und deshalb an dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an Franzi für die Organisation und an unsere Mitstreiter aus Braunschweig und Wolfsburg, ohne die wir nicht hätten starten können. Ich freue mich aufs nächste Jahr und kann jedem nur empfehlen mitzukommen!

Bilder im Fotoalbum...